With a little help
What would you do if I sang out a tune?
Would you stand up and walk out with me?
Ist es so einfach?
Do you need anybody?
I need someone to love.
Ja, so ist es.
Would you believe in a love-at-first-sight?
I am certain it happens all the time.
What do you see when you turn off the light?
I don’t see nothing, but it’s your feeling like mine.
Ich fühle mich grad ein wenig wie Amélie, die auf einem Balkon steht und versucht, sich vorzustellen, wie viele Frauen in Paris grad einen Orgasmus haben. Aber es ist nicht ganz die “Orgasmus”-Schiene, eher ein Versuch der Vorstellung, wie viele Menschen heute abend in derselben Stimmung sind wie ich. Amélie hatte damals “15″ gesagt. Ich glaube in einer kleinen Stadt wie meiner teilen meine Emotionen grad weniger Menschen. Wer macht sich schon so viele Gedanken wie ich?
Wenn ich gestern so Champions League schaue und meinen Blick in die Runde schweifen lasse, dann denke ich immer, mit wie wenigen Menschen ich mein Leben teilen könnte. Wie wenige Menschen auch Lust haben, mal Sachen zu ergründen, die sonst eher selten thematisiert werden. Wenn ich mich mit den Jungs aus meiner Mannschaft etwas machen wollte, müsste ich wohl zwangsläufig pokern, rülpsen und flache Sprüche ablassen, um nicht durchs Raster zu fallen. Das Leben ist schön… Klingt jetzt ironisch, ist ironisch. An Abenden wie diesem finde ich es scheiße, wie das alles so läuft und ich bekomme an solchen Abenden das Gefühl, ich könnte das alles gar nicht schaffen, weil an jeder Ecke in meinem Leben die Frustration lauert. Das kann doch nicht alles sein, oder? Hat jemand von Euch “Dogville” gesehen? Vater und Tochter werfen sich am Ende gegenseitig vor, arrogant zu sein. Der Vater sei arrogant, weil er sich das Recht nimmt, über die Menschen zu richten, die gemordet oder vergewaltigt haben, obwohl er kein Richter ist und dass er plündert als sei es sein von Gott gegebenes Recht, er ist nur ein Gangster. Er tötet die anderen. Die Tochter (brilliant: Nicole Kidman) sei arrogant weil sie in ihrem Leben erkannt hat, dass die wenigsten Menschen ihren moralischen Werten, die sie, wie selbst sagt, barmherzig handeln läßt, und somit jedem vergibt, der unrechtes tut, weil er nicht die Möglichkeit hat, “besser” zu handeln. Der Vater sagt, sie gehe von einem Vorurteil aus, dass niemand einen so hohen moralischen Anspruch an sich stellt wie sie selbst an sich und dass sie damit jeden entlastet. Sie vergäbe anderen mit Entschuldigungen, die sie niemals für sich selber geltend mache. Sie solle barmherzig sein, wenn es angebracht ist und dabei ihren eigenen Ansprüchen immer treu bleiben. Das würde sie den anderen Menschen schulden. Die Strafe, die sie für all ihre Vergehen erhielte, müssen auch die anderen für ihre erhalten. Sie ließe ihnen nicht die Chance, sich zu rechtfertigen, und das mache sie arrogant. Sie denkt darüber nach und stellt für sich selber fest, dass sie, selbst wenn sie in derselben Lebenslage wie die anderen Bewohner Dogvilles gewesen wäre, nie so hätte handeln können, wie es ihr die Bewohner angetan hatten. Sie nutzt die Macht, die ihr ihr Vater gibt, um Dogville auszulöschen. “If there’s any town this world would be better without, this is it.” Na, das war ja jetzt ein Ausflug, was? Aber kann man nicht eventuell diese Situation ein wenig ummünzen und meine Situation betrachten? Ist “Ich bin o.k. - Du bist o.k.” nicht auch arrogant? Meistens, nicht immer, aber meistens, benutze ich diesen Satz in Momenten, in denen sich jemand nicht so verhält, wie es meinen Ansprüchen gerecht wird und nur selten, wenn sich jemand toll verhält. Ich denke da nur mal an den Basketballtypen, von dem ich schrieb. Was würde es also bedeuten, wenn ich meine “Macht” nutzen würde und ihn zur Rede stelle, um ihm die Chance zu lassen, sich zu rechtfertigen. Er sieht seinen Fehler nicht und ich dürfe richten, was in diesem Fall nur bedeuten würde, dass ich mich entferne. Mein Problem in dieser wesentlich feiner justierten moralischen Welt wäre wohl, dass ich selbst ziemlich schnell ziemlich allein bin. Aber Moment! Das bin ich ja jetzt auch schon! Es ist also egal. Ich tue dieses “Ich bin o.k - Du bist o.k.” nur für das Gefühl des anderen und nicht für mein eigenes, damit mein Gegenüber zufriedener ist oder sich sicher fühlt oder sich wohlig weiterhin in seinem eigenen Dreck suhlen kann. Schöne Scheiße!
Ich habe da heute drüber nachgedacht und dann plötzlich diese Verbindung gehabt, weil ich nämlich jemanden diesen Satz zukommen ließ, obwohl ich eigentlich etwas ganz anderes im Sinn hatte. Ich fühlte mich unfair behandelt, weil ich vorwurfsvolle Fragen und Aussagen an Kopf geschmissen bekam und mich im Nachhinein, nachdem ich der Person nicht die lange, zuerst rechtfertigende, emotionsgeladene und zuletzt vorwerfende Mail schickte, sondern das “Ich bin ok - Du bist ok” zukommen ließ, eigentlich nicht befreit fühlte. Für den Moment hatte ich das Gefühl, diese Mail nicht loszuschicken sei auch Teil meines moralischen Anspruchs, weil das nicht meine Ebene war, auf der ich mich mit anderen unterhalte. Aber irgendwie passte mir das trotzdem nicht. In dem Momenten, in denen ich “nicht optimales” Verhalten bei der anderen Person feststellte, habe ich um unserer Beziehung Willen den Mund gehalten. Aber wenn ich doch schon schwieriges Verhalten feststelle, dass mir nicht gefällt, wofür investiere ich mich dann? Vielleicht weil ich eine andere Hoffnung habe oder evtl hatte, die aber nicht im Handeln der anderen Person erkennbar ist.
Heute nachmittag habe ich mich dann in die Badewanne gelegt und quasi eine “Pro und Kontra-Liste” angefertigt, in der ich zum Schluss zum Ergebnis kam, dass ich das so definitiv nicht will und ich erkannte, dass die Email, die ich lesen musste, ein verstärkter Ausdruck von dem war, wie die Person zuvor handelte und schrieb. Keine Basis, obwohl eigentlich eine gefühlte da war, die ich dann vielleicht falsch eingeschätzt hatte.
Und auch wenn die Person das jetzt auch liest, muss ich das loswerden. Ich bin kein Eiszapfen! Ich kenne keinen 30-jährigen mit mehr Gefühl für seine Mitmenschen, mit mehr Empathie und mit mehr Gefühl für sich selbst und in ihm selbst. Es war einfach eine prikäre Situation, die mich dazu brachte, nicht jede Emotion rauszulassen. Und wenn die Person ein so gutes Gefühl von meiner Person gehabt hätte, hätte sie das wissen müssen.
Posted: April 9th, 2009 under Tagebuch eines Suchtkranken.
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