Keine Ahnung
Wie geht’s mir? Keine Ahnung…
Ich denke, das reicht jetzt erstmal für die nächsten Wochen. Die Geschichten der letzten sieben Tage reichen wirklich aus. Genug. Schluss.
Wer funktioniert denn überhaupt noch? Das ist lächerlich. Da kann man ja nur selbstverliebt und arrogant werden. Vermieter, Bruder, Mutter, Basketballcoach, privates Umfeld, Knutschbekanntschaft, Großmutter, Schaffner, Ex-Fußballkollege… Das ist kaum auszuhalten. Ich werde nicht alles radikal akzeptieren! Wenn ich das alles akzeptiere, dann kann ich mir auch gleich ‘nen Strick nehmen. Wofür bemüht sich denn ein Mensch? Für Glück im Leben. Was bedeutet aber Glück, wenn ich es nur allein oder zu zweit haben kann? Alleine glücklich ist doch echt ‘n bisschen utopisch. Eine schöne, ausgeglichene, tiefe Beziehung ist fantastisch, aber füllt ja nicht 100% der Lebenszeit aus, also ist ja auch an anderen Stellen mal Zufriedenheit notwendig, oder? Am Ostersonntag ist meine Mutter wieder in alte Verhaltensweisen gerutscht und war nicht in der Lage, ihre alten Gefühle zurückzuhalten, obwohl sie völlig fehl am Platz waren. Ich wusste das schon vor der Situation, in die ich mich zwangsläufig begeben musste. Somit war das unausweichlich. Es reichte aber nicht aus, den Zustand schon vorher zu erahnen, um so vorbereitet “heil” aus der Situation heraus zu kommen. Das war einfach enttäuschend und machte den Rest des Tages zu Schwermut. Dabei war das echt Pillepalle. Vielleicht lag es aber auch einfach daran, dass dieser Moment das “Sahnehäubchen” auf dem Schund der voran gegangenen Tage war. Sonntag Abend ging es mir dann echt erstmals richtig scheiße, seit ich aus der Klinik bin. Spieldruck? Nein, aber auf dem besten Weg dahin. Ohne das andere Menschen nicht auch mal ein oder zwei postive Eindrücke hinterlassen, werde ich meine abstinente Zeit nicht so leicht ausdehnen können, obwohl mir klar ist, dass nur ich mich verändere und mein Umfeld bleibt, wie es ist. Mein Gott, habe ich diesen Satz schon auf gedacht oder gesagt…
Ich ziehe jetzt erst einmal in den kommenden Tagen das geplante Programm durch und entledige mich erst einmal von ein oder zwei Personen. Das ist mir grad echt zu viel. Pfändungsschutz, ArGe und Arztbesuch. Das muss reichen. Und oh wehe, irgendeiner von euch kommt in den nächsten Tagen angeschissen und will irgendwas. Das könnt ihr vergessen! Ich darf auch ohne euch radikal akzeptieren!
Frohe Ostern! (Eintrag geschrieben am Ostermontag)
Posted: April 13th, 2009 under Tagebuch eines Suchtkranken.
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